Nachhaltigkeit

Information für Kunden/-innen zum Thema Nachhaltigkeit

Informationen über die Berücksichtigung von nachteiligen Nachhaltigkeitsauswirkungen und von Nachhaltigkeitsrisiken bei der Erbringung von Wertpapierdienstleistungen

Aufgrund gesetzlicher Vorschriften ist die NFS Hamburger Vermögen GmbH (im Folgenden: “HHVM”) zu den nachfolgenden Angaben verpflichtet. Ein Bewerben ökologischer oder sozialer Merkmale in Anlagestrategien oder für Finanzprodukte ist mit diesen Ausführungen nicht beabsichtigt:

 1. Was sind Nachhaltigkeitsrisiken?

Als Nachhaltigkeitsrisiken (ESG-Risiken) werden Ereignisse oder Bedingungen aus den drei Bereichen Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance) bezeichnet, deren Eintreten tatsächlich oder potentiell negative Auswirkungen auf den Wert einer Investition bzw. Anlage haben könnte. Diese Risiken können einzelne Unternehmen genauso wie ganze Branchen oder Regionen betreffen.

Beispiele für Nachhaltigkeitsrisiken aus den genannten Bereichen:

Umwelt: In Folge des Klimawandels können vermehrt auftretende Extremwetterereignisse ein Risiko darstellen. Eine extreme Trockenperiode in einer bestimmten Region könnte den Pegel von Flüssen so weit sinken lassen, dass der Transport von Waren auf diesen Flüssen beeinträchtigt werden könnte, was zu einer Unterbrechung in der Lieferkette führen könnte. 

Soziales: Im Bereich des Sozialen können sich Risiken aus der Nichteinhaltung von arbeitsrechtlichen Standards oder des Gesundheitsschutzes ergeben.

Unternehmensführung: Risiken in diesem Bereich sind u.a. die Nichteinhaltung der Steuerehrlichkeit oder Korruption.

Bei Staatsanleihen beziehen sich die Risiken darauf, wie die Regierung eines Staates mit Nachhaltigkeitsrisiken  umgeht, z.B. ob die Todesstrafe angewendet wird, ein hoher Korruptionsanteil besteht, wie hoch die Anstrengungen für den Klimaschutz sind usw.

Nachhaltigkeitsrisiken können sich bei einer Veranlagung in den bekannten Risikokategorien wie etwa dem Bonitätsrisiko, dem Risiko des Totalverlustes und dem Kursrisiko manifestieren. Auch mittelbare Auswirkungen sind möglich, z.B. wenn Unternehmen für von ihnen verursachte Umweltschäden Strafzahlungen zu leisten haben.

 

2. ESG im Unternehmen HHVM

Als Unternehmen möchte die HHVM einen Beitrag dazu leisten, Nachhaltigkeitsrisiken zu verringern. Dabei beachtet die HHVM Nachhaltigkeitsziele in ihrer eigenen Unternehmensorganisation.

Die HHVM möchte die ESG-Faktoren nicht nur mittelfristig innerhalb des Vermögensanlageprozesses berücksichtigen, sondern integriert diese bereits heute in ihren Arbeitsalltag. Das Nachhaltigkeitsmanagement ist bei der HHVM direkt auf Geschäftsführungsebene angesiedelt. Die HHVM legt Wert auf ressourcenschonende Prozesse und arbeitet an einem Konzept zur Reduzierung ihres ökologischen Fußabdrucks. Sie kümmert sich um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter und engagiert sich gesellschaftlich, u.a. durch regelmäßige Spenden an gemeinnützige Vereinigungen. Die HHVM ist gesetzlich dazu verpflichtet, ein Compliance Management System zu unterhalten, um die Einhaltung von bestimmten Regeln und Richtlinien zu gewährleisten. Der Compliance-Beauftragte ermittelt im Rahmen der regelmäßigen Risikoanalyse das Risikoprofil der HHVM als Finanzdienstleistungsinstitut im Hinblick auf bestehende Compliance-Risiken.

Bei ihren Investitionsentscheidungen bezieht die HHVM Nachhaltigkeitsrisiken wie folgt ein:

Zur Feststellung  und  Gewichtung  der  wichtigsten Nachhaltigkeitsauswirkungen  wird  die HHVM die Berichterstattung  von  Emittenten  zu  den  nicht  finanziellen  Risiken  berücksichtigen.  Dabei  kann  sich die HHVM auch der Auswertung Dritter (z.B. Datenbanken) bezüglich der  jeweiligen Emittenten bedienen. Hinsichtlich des Inhalts, der Methoden und der Darstellung von Nachhaltigkeitsindikatoren für nachteilige  Aspekte  wird  sich  die HHVM  auch an  den  Veröffentlichungen  der  zuständigen  Aufsichtsbehörden orientieren. Bei der Beurteilung der klassischen ESG-Risiken besteht in den meisten Fällen ein Beurteilungsspielraum. Jede Investitionsentscheidung ist folglich gesondert zu prüfen.  Im Abwägungsprozess werden zunächst das voraussichtliche Ausmaß des Schadens bei Eintritt des Risikos und die Wahrscheinlichkeit des Eintritts des Risikos selbst beurteilt. Da Nachhaltigkeitsrisiken aufgrund ihrer Natur nicht durchgehend quantifiziert bzw. in Währungseinheiten monetarisiert werden können, verwendet die HHVM auch qualitative Einschätzungen Dritter.

3. Information zu den Strategien zur Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken bei den Investitionsentscheidungsprozessen

Neben der Berücksichtigung von ESG-Gesichtspunkten im Arbeitsalltag besteht das Ziel, die Kunden der HHVM für Aspekte der Nachhaltigkeit zu sensibilisieren. Im Rahmen der Auflage von Vermögensverwaltungsstrategien wurden bereits in der Vergangenheit die Entwicklungen in Richtung nachhaltige Kapitalanlagen aufgenommen. Somit können wir bereits heute für die Wünsche und Vorstellungen von Kunden zum Thema ESG ein adäquates Angebot unterbreiten und diese darauf hinweisen.

Bedürfnis der Kunden nach Berücksichtigung von ESG-Kriterien

Sobald ein Kunde die Berücksichtigung von ESG-Kriterien wünscht, bietet die HHVM Strategien an, die beinhalten, im Rahmen nachhaltiger Investitionsentscheidungen Finanzinstrumente zu identifizieren, deren Emittenten (bei Aktien, Unternehmens- und Staatsanleihen, Genussscheinen und Investmentfonds mit diesen Instrumenten) sich im Rahmen ihres Wirtschaftens (bzw. bei Staatsanleihen im Rahmen ihrer Politik) um Nachhaltigkeit bemühen oder auf bestehende Nachhaltigkeitsrisiken reagieren. Das potenzielle Anlageuniversum kann groß und vielfältig sein, daher greift die HHVM auf im Markt anerkannte Bewertungsmethoden und die Daten anerkannter Analysten und Ratinganbieter zurück. Diese können z.B. bestimmte Investitionen von vorneherein ausschließen. Zudem geben sie einen ersten Überblick darüber, wie effektiv die ESG-Praktiken und -Ansätze der Zielinvestments sind. Zum jetzigen Zeitpunkt ermittelt die HHVM bei Investmentfonds, Aktien, Anleihen und Zertifikaten diejenigen, die in puncto ESG überdurchschnittlich bewertet werden.

Die HHVM plant für sämtliche Finanzprodukte mit verschiedenen Datenbankanbietern zusammenzuarbeiten, um in diesen Datenbanken anhand verschiedener Kriterien Produkte zu identifizieren, die den Präferenzen möglichst entsprechen.  Dabei wird dann eine Vielzahl von Einzelkriterien berücksichtigt werden, die den Kategorien Umwelt, Unternehmensführung und Soziales zugeordnet werden. Entsprechende Datenbanken befinden sich noch im Aufbau. Es ist geplant, Anfang 2022 für alle Finanzprodukte auf entsprechende Informationen zugreifen zu können.

Die Investitionsentscheidungen der HHVM können trotz des Vorgehens der HHVM nachteilige Auswirkungen auf Umwelt-, soziale und Arbeitnehmerbelange haben und auch der Bekämpfung von Korruption und Bestechung abträglich sein. Eine Gewähr für die Richtigkeit der der HHVM von Dritten zur Verfügung gestellten Informationen kann die HHVM nicht übernehmen.

Künftig verstärkte Berücksichtigung von ESG-Kriterien in den Strategien geplant

Nachhaltigkeitsrisiken können unmittelbare Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage und auch auf die Reputation der Anlageobjekte haben, vor diesem Hintergrund hat die HHVM im Interesse ihrer Vermögensverwaltungskunden größtes Interesse daran, künftig eine dauerhafte Strategie zu entwickeln, Nachhaltigkeitsrisiken zu reduzieren und dies mittelfristig auch zu bewerben.

In als nachhaltig beworbenen Strategien werden bei der Produktauswahl die Kriterien Ökologie, Ethik und Soziales  besonders  berücksichtigt.  Die HHVM legt strenge Auswahlkriterien für die Nachhaltigkeit an. Hierzu greift die HHVM auf heute schon am Markt anerkannte Bewertungsmethoden und ESG-Siegel zurück. Im zweiten Schritt erfolgt ein mathematisches Auswahlmodell. Details zu den ökologischen oder sozialen Merkmalen der als nachhaltig beworbenen Strategien können spezifisch zu der jeweiligen bei der HHVM abgefragt werden.

Derzeit finden erhebliche aufsichtsrechtliche Umwälzungen im Themenbereich ESG/Nachhaltigkeit statt. Der europäische aber auch der deutsche Gesetzgeber schaffen eine Vielzahl neuer Regelungen. Die Rechtsanwendung ist derzeit noch geprägt von Unklarheiten. Auf EU-Ebene wurden verbindliche Standards zur Beurteilung und Bewertung der Nachhaltigkeitskriterien noch nicht verabschiedet. Vor dem Hintergrund dieser erheblichen Unsicherheiten hat die HHVM entschieden, die weitere strategische Ausrichtung, ESG-Gesichtspunkte in die Vermögensverwaltungstätigkeit nicht nur zu integrieren, sondern auch aktiv werblich in den Vordergrund zu stellen, vorerst aufzuschieben. Die HHVM möchte abwarten, bis die aufsichtsrechtlichen Anforderungen klarer erkennbar sind und bis sich auf Grundlage dieser aufsichtsrechtlichen Regelungen Marktstandards auch im Bereich der Bewertung von ESG-Qualitätskriterien herausgebildet haben.

Für die Begrenzung von Nachhaltigkeitsrisiken wird die HHVM mittelfristig versuchen, Anlagen in solche Unternehmen und Finanzprodukte zu identifizieren und möglichst auszuschließen, die ein erhöhtes Risikopotential aufweisen. Mit spezifischen Ausschlusskriterien wird die HHVM dann in der Lage sein, Produktportfolien konsequent auf umweltbezogene, soziale oder unternehmensbezogene Werte auszurichten. Hierzu wird die HHVM auf die dann im Markt anerkannten Bewertungsmethoden und ESG-Siegel zurückgreifen.

Neue Maßnahmen und Strategien zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsfaktoren und -risiken werden laufend an dieser Stelle veröffentlicht.

4. Information zur Berücksichtigung nachteiliger Auswirkungen von Investitionsentscheidungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren

Bis auf Weiteres werden sog. Nachhaltigkeitsfaktoren (Ereignisse oder Bedingungen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) bei der Vermögensverwaltung durch die HHVM nur dann berücksichtigt, wenn diese als Wünsche oder Bedürfnisse vom Kunden benannt werden.

Es werden derzeit sukzessive Gesetzes- und Verwaltungsregelungen erlassen, die den Umgang mit diesen Faktoren regeln. Die Marktteilnehmer haben gerade erst begonnen, Bewertungsmethoden, ESG-Siegel, geeignete Nachhaltigkeits-Filter sowie Produkt- und Dienstleistungsangebote mit dem Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit zu entwickeln, die die gerade erfolgende Rechtsentwicklung hinreichend berücksichtigen.

Im Markt liegen aus Sicht der HHVM aktuell die maßgeblichen Daten, die zur Feststellung und Gewichtung der nachteiligen Nachhaltigkeitsauswirkungen herangezogen werden müssen, nicht in ausreichendem Umfang vor. Sobald nach Einschätzung der HHVM eine hinreichend gesicherte Rechts- und Datengrundlage, anerkannte Bewertungsmethoden, geeignete Nachhaltigkeits-Filter und ESG-Siegel existieren, werden Nachhaltigkeitsfaktoren bei der Vermögensverwaltungstätigkeit berücksichtigt werden. Die HHVM geht davon aus, dass dies Anfang 2022 möglich sein wird.

 5. Informationen zur Vergütungspolitik bei der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken

Die Vergütung der Mitarbeiter sowie Strategieberater der HHVM orientiert sich nicht an den Nachhaltigkeitsrisiken, die mit den empfohlenen Anlagen einhergehen. Dies bedeutet insbesondere, dass die Vergütungshöhe nicht von den Nachhaltigkeitsrisiken der Anlage positiv oder negativ beeinflusst wird. Wenn Produktanbieter die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken bei Investitionen durch eine höhere Vergütung fördern, wird diese an den Kunden vollständig ausgekehrt.

Stand: 9. März 2021